1933 in Göttingen geboren
1947 Beginn der Goldschmiedelehre in Göttingen
1950 – 1954 Gesellenjahre in Göttingen und Hildesheim. Meisterprüfung
1955 eigenes Atelier in Worpswede
seit 1975 jedes Jahr Anfertigung des Goslarer Kaiserrings
für den Kunstpreis der Stadt Goslar
Vor gut 100 Jahren begründeten
Maler den Ruhm des bis dahin unbekannten Dorfes Worpswede
als Künstlerkolonie. Seiher hat sich vieles gewandelt, doch
blieb Worpswede mit vielfältiger Kunsttätigkeit ein bevorzugter
Künstler-Wohnort. So ist es kein Zufall, dass auch der Goldschmied
Hadfried Rinke dort lebt. Ein Bauernhaus im Moor wurde 1964
seine Wohn- und Arbeitsstätte, ein wenig abseits gelegen
und doch nicht isoliert. Von den nebeneinandergereihten
Halbkreisen des langen Werktisches – viele Lehrlinge erhielten
bei Rinke ihre Ausbildung – schweift der Blick in die unverbaute
Weite der Landschaft, deren Erlebnis die Maler inspirierte.
Hadfried Rinke gestaltet dennoch keinen Worpsweder Schmuck
rustikaler Prägung, sondern Objekte von zeitloser Modernität.
Die Einfachheit der Formen und klare Gliederung, klassisches
Maß und farbliche Harmonie machen ihre Besonderheit aus.
Sparsam setzt er Akzente. Zwei kleine Brillanten markieren
Anfang und Ende eines Schlangenringes. Ein zum scharfkantigen
Sechspass geschliffener Aquamarin, dessen Form von oblongen
Goldgliedern aufgenommen wird, betont die Mitte eines eng
anliegenden Halsschmucks. Rinke lässt eine geschwärzte Silberschnur
durch die Walzen oder oval abgeflachte Kugeln laufen, sodass
mit deren Abstand voneinander auch die Länge der Kette verändert
werden kann. Er wiederholt das Prinzip und kommt zu einem
völlig anderen Resultat, weil das Material und die Gestalt
der eingehängten Elemente sich wandelten.
Zu schönem Verlauf körperhaft ausgeschmiedeter kräftiger
Golddraht, oblonge Perlen und Walzen – das sind die Grundbaussteine.
Es gibt bei Rinke weder Kleinteiligkeit noch Anhäufung im
Sinne zur Schau gestellter Kostbarkeit, und niemals nutzt
er die Präzision seines handwerklichen Könnens zu selbstherrlicher
Virtuosität. Er arbeitet wie ein Bildner mit gleichsam offener
Technik, vermeidet artifizielle Verknüpfungen und lässt
dank seiner Sensibilität gegenüber den Werkstoffen das plastisch
empfundene Einzelne eingehen in ein festlich-anspruchsvolles
Ganzes. Er fasst hellrote Korallen wie antike Rollsiegel,
gibt Hakenverschlüssen die Würde des Selbstverständlichen,
ummantelt die haltenden Bänder von Halsschmuck mit Goldscheibchen
und dicht gedrängten Röhrchen. Wie eine leuchtende Blüte
wächst ein Rubincabochon aus einem Goldkelch, Nachklang
des Vegetabilischen.
Hadfried Rinke ist ein Ästhet, und die Einfachheit seines
Schmucks künstlerisches Wissen. Der Weg dorthin war lang.
Unter dem Eindruck der von Goethe übersetzen Schriften Benvenuto
Cellinis, begann der 1933 Geborene im Alter von noch nicht
einmal 14 Jahren in seiner Heimatstadt Göttingen eine Goldschmiedelehre.
Aber erst als Geselle bei Theodor Blume – Hildesheim erfuhr
er, was Goldschmieden auch sein kann. 1954 bestand er die
Meisterprüfung und 1955 begann er freischaffend in Worpswede.
Von „arbeitsreichen Jahren mit vielen Ausstellungen“ im
In- und Ausland berichtet er, von öffentlichen und privaten
Sammlern, die zu ihm kamen. Der Bayrische und der Niedersächsische
Staatspreis ehrten seine Leistung, welche in der Bewährung
der Idee vom Schönen das Handwerk zur Kunst erhob.
Dr. Ulla Stöver (Gesellschaft für Goldschmiedekunst)
Neu-Bergedorfer Damm 48
27726 Worpswede
Tel. 04792-1445
E-Mail: info(a)hadfried-rinke.de










